Symposium 2026

Empathisch? Sensibel? Abgestumpft? Zum Umgang mit Zumutungen, Verletzbarkeiten und Verletzungen in und durch qualitatives Forschen

Mitwirkende: Phil Langer, Melanie Pierburg und Hella von Unger

Moderation: Laura Behrmann

Triggerwarnungen, Tabus und Traumata – in der Gesellschaft und Wissenschaft beobachten wir ein verstärktes Ringen um angemessene Umgangsweisen mit Zumutungen, Verletzbarkeiten und Verletzungen. Es sind Auseinandersetzungen, die die qualitative Forschung immer wieder tangieren. Ob in der Interviewforschung, der Ethnografie oder der Rekonstruktion von Sinn sowie dem Schreiben über sich und andere – qualitative Forschung kann Verletzungen sichtbar machen, aufbrechen, zufügen oder deren Zufügung befürchten lassen, dies sowohl auf Seiten von Forschungspartnerinnen und -partnern als auch auf Seiten von Forschenden.

Mit dem diesjährigen Symposium möchten wir an dieses Ringen anknüpfen und dazu einladen, ethisch-moralische, forschungspraktische und methodische Fragen zum Umgang mit Verletzbarkeiten und Verletzungen, die im Rahmen qualitativen Forschens virulent werden können, zu diskutieren. Neben methodisch-technischen Aspekten sollen insbesondere an Forschungshaltungen und -stile geknüpfte Umgangsweisen sowie mit ihnen verbundene forschungsethische Fragen diskutiert werden: Wie gehen wir als Forschende mit individuell erfahrenen oder kollektiven Verletzungen aus der Vergangenheit um? Inwiefern lassen sich diese im Zuge von Forschung angemessen adressieren? Wie kann der Sorge vor Verletzungen begegnet und wie können Umgangsweisen mit dem Wiederaufbrechen oder Zufügen von Verletzungen im Forschungsprozess gefunden werden?