Workshops 2024

Workshop: Netzwerkforschung

Prof. Dr. Stefan Bernhard

Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA)

Soziale Beziehungen und Netzwerke sind elementare Bestandteile der sozialen Welt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich mit der ‚Social Network Analysis‘ (SNA) ein schnell wachsendes interdisziplinäres Forschungsfeld etabliert, das netzwerkbezogene Phänomene aller Arten untersucht. Beispiele für Forschungsgegenstände der SNA sind Verflechtungen von Wirtschaftsunternehmen, der Einsatz von Netzwerken bei der Arbeitssuche oder die Wirkung von Unterstützungsnetzwerken in krisenhaften Lebensphasen. In diesem überwiegend quantitativ ausgerichteten Forschungszusammenhang kam qualitativen Analysemethoden lange Zeit eine Nebenrolle zu. Sie dienten etwa dem Feldzugang oder zur Vorbereitung quantitativer Erhebungen. Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Qualitative Ansätze werden zunehmend sichtbar: Man expliziert ihren Beitrag zu multi-methodischen Studien, treibt die Weiterentwicklung von Erhebungs- und Auswertungsmethoden voran und diskutiert genuin qualitative Methodologien und Methoden der Netzwerkforschung.

Der Workshop ‚Qualitative Netzwerkforschung‘ greift diese Entwicklung auf. Ziel der Veranstaltung ist es, in die empirische Untersuchung der Sinnsetzungsprozesse einzuführen, über die soziale Beziehungen und Netzwerke konstituiert werden. Mit welchen Methoden werden Beziehungsdynamiken einer Analyse zugänglich? Wie können wir etwas über die Bedeutung einzelner Beziehungen in größeren Netzwerkgeflechten erfahren? Wie erschließen sich Grenzziehungs- und Segmentierungsprozesse in und zwischen Beziehungen? Wie kann man verstehen, wie Menschen sich in ihrem persönlichen Netzwerk orientieren und dieses strukturieren? In dem Workshop wird ein praxisorientierter Zugang zu diesen Fragestellungen vorgestellt. Dabei werden – nach einer kurzen Einführung in Grundannahmen der Netzwerkforschung – gängige Erhebungs- und Auswertungsschritte präsentiert und erprobt. Die Teilnehmer*innen sind herzlich eingeladen, sich mit ihren Forschungsinteressen einzubringen!

Literatur

  • Bernhard, Stefan (2018). Analyzing meaning-making in network ties. A qualitative approach. International Journal of Qualitative Methods, 17, 1–11,
    https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1609406918787103.
  • Crossley, Nick; Bellotti, Elisa; Edwards, Gemma; Everett, Martin G.; Koskinen, Johan & Tranmer, Mark (2015). Social Network Analysis for Ego-Nets (S. 1–24). Los Angeles and London: Sage.
  • Herz, Andreas; Peters, Luisa & Truschkat, Inga (2015). How to do qualitative strukturale Analyse? Die qualitative Interpretation von Netzwerkkarten und erzählgenerierenden Interviews [52 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 16(1), Art. 9. 
    DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-16.1.2092.
  • Hollstein, Betina (2011). Qualitative Approaches. In John Scott & Peter J. Carrington (Eds.), The Sage Handbook of Social Network Analysis (pp. 404–416). Los Angeles, New York, New Delhi: Sage.

Workshop: Foucaultsche Diskursanalyse

Prof. Dr. Rainer Diaz-Bone

Universität Luzern, Soziologisches Seminar

Die Foucaultsche Diskursanalyse hat sich als eine nicht subjektzentrierte Form der qualitativen Sozialforschung etabliert. Sie basiert auf der Wissenschaftsphilosophie der französischen Epistemologie (Gaston Bachelard). Es handelt sich dabei um eine (neo)strukturalistische Interpretationspraxis (oder „Hermeneutik“) der kollektiven Denksysteme und der kollektiven Wissensordnungen. Dabei wird die Diskurstheorie Foucaults systematisch umgesetzt in die empirische Analyse von Diskursen, Diskurseffekten, Interdiskurs(effekt)en und Dispositiven. Die Foucaultsche Diskursanalyse ist eine Methodologie, die praktisch (a) die Organisation des diskursanalytischen Forschungsprozesses – von der Entwicklung der Fragestellung bis zur diskursanalytischen Erklärung sozialer Wirklichkeit – reflektiert und reglementiert, die (b) die Passung konkreter Praktiken, Instrumente, Techniken für den Forschungsprozess evaluiert und anleitet und die sich (c) in der konkreten diskursanalytischen Interpretation als Kompetenz entfaltet, wenn es in der Analyse von Materialien (Texten) darum geht, hieran die diskursive Praxis und die „Ordnung der Diskurse““ zu rekonstruieren.

Der Workshop dient einmal der Einführung in die Foucaultsche Diskursanalyse, weiter der praktischen Übung an Materialien und dann auch der Klärung von Fragen der Teilnehmenden. Der Workshop wendet sich an Forscherinnen und Forscher, die empirisch-systematische Diskursanalysen beginnen wollen oder damit begonnen haben und die diese Reflexionen auf die Entwicklung des Forschungsprozesses, auf strategische Entscheidungen (wie weiter?, wie vergleichen?, was sind diskursanalytische Erklärungen und Resultate?) sowie auf die Qualität von Diskursanalysen beziehen müssen.

Aktiv Teilnehmende können ihr Projekt/ihr Material in den Workshop einbringen, um methodische und methodologische Fragen zu klären, die sich in ihrem Projekt ergeben haben.

Literatur

Workshop: Prinzip Einfachheit – leichter Zugang in die fundierte Interviewanalyse mit f4

Dr. Thorsten Dresing

audiotranskription.de, Marburg

Thorsten Pehl

audiotranskription.de, Marburg

Unser Ziel ist es, durch diesen Workshop ein Verständnis für die Rolle der Einfachheit in der qualitativen Analyse zu fördern und praktische Einblicke zu geben, wie f4 als Werkzeug diesen Ansatz unterstützt.

Im Rahmen unseres Workshops widmen wir uns daher der Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Einfachheit in qualitativer Forschung. Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis werden wir demonstrieren, wie das Konzept der Einfachheit von der initialen Transkription bis zur abschließenden Berichterstellung mit der Software f4 realisiert werden kann.

Unter „Einfachheit“ verstehen wir dabei nicht eine oberflächliche oder unambitionierte Herangehensweise, sondern vielmehr eine fokussierte Analyse, die sich auf das Wesentliche konzentriert und dadurch fundierte Bearbeitung ermöglicht. Diese Art der Einfachheit kann auf verschiedenen Ebenen der qualitativen Analyse wünschenswert sein – von der Reduktion des Arbeitsaufwands, etwa durch effiziente (automatische) Transkriptionswerkzeuge, bis hin zum Einsatz einfacher, aber fundamentaler Analyseinstrumente, die die Lehre oder die Durchführung erster oder kleinerer Forschungsprojekte erleichtern.

Der Workshop richtet sich daher sowohl an Personen, die ihre ersten Schritte in qualitativen Forschungsprojekten machen, als auch an jene, die qualitative Analysemethoden softwarebegleitet in der Lehre vermitteln möchten. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Einfachheit durch die Reduktion von Komplexität und die Konzentration auf wichtige Informationen erreicht wird. Dies bedeutet, dass für eine aussagekräftige Analyse prinzipiell nur wenig benötigt wird, was eine didaktisch hilfreiche Aufbereitung des Stoffes erleichtert. Zugleich spiegelt sich in der Einfachheit ein pragmatischer Ansatz wider, der das Zeitbudget als eine stets relevante Komponente berücksichtigt.

Konkret werden wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Transkription: Wir stellen Regelsysteme & Werkzeuge vor. Diese unterstützen eine effektive automatische Transkription, beschleunigte Korrektur von Texten und bilden die Grundlage für viele weiterführende Auswertungsverfahren. Wir grenzen zudem von differenzierteren Transkriptionssystemen und ihren Anwendungsgebieten ab.
  • Analyse: Der wirkungsvolle Einsatz von Memos und Codes wird von der ersten Textsichtung bis zur Berichterstellung exemplarisch am Beispiel der qualitativen Inhaltsanalyse und Grounded Theory aufgezeigt.
  • Didaktik: Es wird erörtert, wie f4 effektiv in der Lehre eingesetzt werden kann, um Studierenden und Lehrenden einen niedrigschwelligen und effizienten Erstzugang zur qualitativen Analyse zu bieten. 

Bitte bringen Sie ein eigenes Notebook mit. Software und Materialien werden als Download zur Verfügung gestellt.  

Literatur 

Dr. Kai Dröge

Hochschule Luzern / Institut für Sozialforschung (IfS), Frankfurt am Main

Der Erfolg von ChatGPT hat auch in der qualitativen Forschungscommunity zu einem neu erwachten Interesse an künstlicher Intelligenz (KI) geführt. Aus meiner Sicht hat das nicht nur mit dem Faszinosum zu tun, hier mit einer Maschine in natürlicher Sprache kommunizieren zu können. Ich sehe noch tiefere Ähnlichkeiten zwischen der Praxis qualitativer Forschung und der Art und Weise, wie KI-Modelle sich menschliche Kommunikationsweisen, Wissen sowie kulturelle Artefakte aneignen: KI-Modelle lernen induktiv, durch Immersion in dichte, natürliche, unstrukturierte Daten und mit dem Ziel, darin emergierende Muster zu entdecken. Das ist nicht weit entfernt davon, wie wir als qualitativ Forschende uns soziale Phänomene erschließen.

Der Workshop richtet sich an alle, die neugierig darauf sind, die Möglichkeiten und Grenzen dieser neuen Technologie im Rahmen der qualitativen Datenanalyse gemeinsam zu erkunden.

  • Methodisch werden wir vor allem auf kodierende Verfahren schauen (bspw. die Grounded-Theory-Methodologie). Aber auch Personen mit einem anderen methodischen Hintergrund sind herzlich willkommen. Besondere technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
  • Ein wesentlicher Teil des Workshops wird aus eigenen praktischen Experimenten und deren gemeinsamer Reflexion bestehen. Dabei werden wir mit der Open-Source-Software QualCoder AI arbeiten, die ich selbst um einige KI-basierte Funktionen ergänzt habe. Sie können gerne Ihre eigenen Daten verwenden, ich werde aber auch ein Beispielprojekt mitbringen.
  • Zusätzlich möchte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen: Wie erschließt sich die KI den Inhalt unserer Daten? Welche Prompts werden verwendet? Was ist mit dem Datenschutz? Es geht darum, Berührungsängste abzubauen, damit wir diese neuen Tools produktiv, aber auch kritisch-methodisch reflektiert in unsere Forschungspraxis einbauen können.
  • Wenn gewünscht, können wir auch die Frage nach dem Einsatz von KI in der Lehre qualitativer Methoden diskutieren.

Bitte bringen Sie einen Laptop mit (Windows/Mac/Linux). Bei einem Dienstrechner sollten Sie vorab klären, ob und wie Sie darauf QualCoder AI installieren dürfen (http://tinyurl.com/QualCoderAI).

Materialien

  • Dröge, Kai (2023). QualCoder AI (Version 3.5 beta) [Computer software]. https://github.com/kaixxx/QualCoder.
  • Dröge, Kai (2023). Horizontal Coding: AI-Based Qualitative Data Analysis in QualCoder, Free & Open Source [Video]. YouTube. https://youtu.be/FrQyTOTJhCc.
  • Dröge, Kai (2023, 23. Juni). Hermeneutische Maschinen? Überlegungen zum Verhältnis von qualitativer Sozialforschung und künstlicher Intelligenz. Vortrag auf der Jubiläumstagung der DGS-Sektion „Methoden der qualitativen Sozialforschung“, Mainz. [PowerPoint-Folien] https://drive.switch.ch/index.php/s/oGx4qMh1YaQgtjy

Dr. Judith Eckert

Universität Osnabrück, Institut für Sozialwissenschaften

Diana Cichecki

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg

Die Analyse sprachlicher Daten, etwa in Form von Transkripten von Interviews oder in Form medialer, politischer oder auch wissenschaftlicher Texte, ist Aufgabe vieler qualitativer Forscher*innen. Doch wie lassen sich der implizite Sinn dieser Daten rekonstruieren und die Rekonstruktionen im Text belegen? Im Workshop wird mit dem Integrativen Basisverfahren von Cornelia Helfferich und Jan Kruse eine methodische Lösung für diese Herausforderungen vorgestellt. Um das Vorgehen des Integrativen Basisverfahrens zu verdeutlichen, könnte das Bild eines Gegenstandes gezeichnet werden, der zu Beginn wortwörtlich „im Dunkeln“ steht. Schritt für Schritt wird er mit jeweils verschieden fokussierten methodischen Zugriffen ausgeleuchtet. Jeder dieser Zugriffe beleuchtet wie ein Scheinwerfer einen bestimmten Bereich des Gegenstandes; erst in ihrem Zusammenspiel wird der Gegenstand in seiner Gesamtheit sichtbar. In diesem Sinne kombiniert das Integrative Basisverfahren verschiedene methodische Zugangsweisen zu textuellen Daten. Grundlage des Verfahrens ist eine sequenzanalytische und linguistische Fundierung, die sich auf drei sprachlichen Aufmerksamkeitsebenen bewegt: Semantik, Pragmatik, Syntaktik. Konkrete Analyseheuristiken sind beispielsweise die Metaphern-, Positioning- und Agency-Analyse. Analysierbar wird damit neben dem, was gesagt wird auch das, wie etwas gesagt wird. Mit dieser Konzentration auf die Versprachlichung von implizitem Sinn bietet das Integrative Basisverfahren eine konkrete Vorgehensweise, die Orientierung gibt und so den Einstieg in die Analyse erleichtert. Im Workshop werden wir nach einem Einblick ins Integrative Basisverfahren möglichst schnell in die Analysepraxis einsteigen und den Teilnehmer*innen auf diese Weise die methodischen Grundzüge des Verfahrens auf forschungspraktische Weise vermitteln.

Literatur

  • Bethmann, Stephanie (2020). Methoden als Problemlöser: Wegweiser für die qualitative Forschungspraxis (2. Auflage). Weinheim: Beltz Juventa.
  • Eckert, Judith & Cichecki, Diana (2020). Mit „gescheiterten“ Interviews arbeiten. Impulse für eine reflexiv-interaktionistische Interviewforschung. Weinheim: Beltz Juventa.
  • Kruse, Jan (2015). Qualitative Interviewforschung: Ein integrativer Ansatz (2. Auflage). Weinheim: Beltz Juventa.

Workshop: Lebensweltanalytische Ethnografie

Dr. Paul Eisewicht

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Soziologie

Das Kennzeichen der phänomenologisch basierten Ethnografie ist die Teilnahme am sozialen Geschehen des Feldes, das Gegenstand des Erkenntnisinteresses ist. Dadurch zeichnet sich diese Ausprägung der Ethnographie nicht nur gegenüber anderen Verfahren der so genannten qualitativen Sozialforschung, sondern auch gegenüber anderen ethnografischen Ansätzen aus. Denn die Teilnahme zielt hier nicht nur auf die Verfeinerung von Beobachtungsdaten ab, wonach diese zu reduzieren wäre, wenn sie die Beobachtung verstellt. Es geht hier also nicht nur um das Dabeisein, um möglichst nahe am Geschehen zu sein und einen möglichst unverstellten, uneingeschränkten Blick auf die Praktiken der Feldakteure zu erhalten. Es geht vielmehr um ein Mittun und Selbermachen, das Erlebensdaten generiert, die einen zusätzlichen Beitrag zur Rekonstruktion der Perspektiven erlauben.

Diese von Anne Honer (1993) als „lebensweltlich“ etikettierte Ausrichtung der Ethnografie steht im Zentrum dieses Workshops. Sie wird zunächst im Kanon der empirischen Sozialforschung verortet. Die für diese Form der Ethnografie wesentlichen Methoden der Datenerhebung und der Datenauswertung werden vorgestellt und diskutiert. In methodologischer Hinsicht ist die Rolle des Ethnografen als Fremder zu reflektieren. Dabei gilt das Interesse der Ethnografin als Teilnehmerin, die sich freiwillig in die Rolle des Fremden begibt. Anhand von Beispielen aus eigenen empirischen Studien wird verdeutlicht, wie sich Beobachtung durch Teilnahme ergänzen lässt. Daran sollte deutlich werden, dass der Ertrag durch eine subjektive Perspektive erweitert wird, die keine Überlegenheit, sondern eine eigene Wertigkeit beansprucht.

Literatur zur Einstimmung

  • Hitzler, Ronald & Eisewicht, Paul (2016). Lebensweltanalytische Ethnographie – im Anschluss an Anne Honer. Weinheim: Beltz Juventa.
  • Honer, Anne (2011). Kleine Leiblichkeiten. Wiesbaden: VS Verlag.
  • Pfadenhauer, Michaela (2005). Ethnography of Scenes. [31 Absätze] Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 6(3), Art. 43. DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-6.3.23.
  • Pfadenhauer, Michaela & Grenz, Tilo (2015). Uncovering the Essence: The Why and How of Supplementing Observation with Participation in Phenomenology-Based Ethnography. Journal for Contemporary Ethnography, Special Issue “Phenomenological Based Ethnography”.

Workshop: Diskursethnografie

Dr. Florian Elliker

Universität St.Gallen, School of Humanities and Social Sciences, Seminar für Soziologie

Unter Diskursforschung versteht man üblicherweise Ansätze, welche Diskurse auf der Basis sogenannter „natürlicher Daten“ rekonstruieren. Vieler dieser Ansätze stützen sich dabei auf Texte, die in zentraler Weise in die Praxis gesellschaftlicher Institutionen wie den Massenmedien oder dem Rechtssystem eingebettet sind. Die Diskursethnografie unterscheidet sich von diesen Ansätzen dadurch, dass sie Diskurse nicht nur auf der Makro-Ebene analysiert, sondern in ihrer spezifischen Ausprägung in konkreten Situationen untersucht.

Grundlage der wissenssoziologischen Diskursethnografie (WDE) ist die Annahme, dass soziale Situationen nicht nur durch Diskurse, sondern durch verschiedene andere Strukturen und Kontexte geprägt sind. Ziel und Herausforderung eines diskursethnografischen Projekts ist es daher zu zeigen, wie Diskurse im Zusammenspiel dieser Elemente lokal spezifische Effekte zeitigen. Dazu müssen erstens die wesentlichen strukturierenden Elemente des Kontexts konzeptuell gerahmt und erfasst werden und zweitens die lokal sich manifestierenden Diskurse als translokale Phänomene rekonstruiert werden. Dafür werden die diskursiven und nichtdiskursiven Praktiken der Diskurs(re)produktion, die sich nicht in „natürlichen Daten“ manifestieren, durch teilnehmende Beobachtung oder Interviews erfasst.

Im Workshop werden der theoretische Rahmen der WDE, die verschiedenen analytischen Schwerpunkte und die entsprechenden Samplingstrategien erläutert. Es werden zudem unterschiedlichen Richtungen im sich neu entwickelnden Feld diskursethnografischer Forschung vorgestellt. Die Ausführungen werden sich an den Fragen der Teilnehmenden orientieren. Zwei Teilnehmende haben die Möglichkeit, ein empirisches Projekt vorzustellen und es mit allen Anwesenden zu diskutieren. Interessierte sind eingeladen, sich mit einem Kurzexposé zu bewerben unter florian.elliker@unisg.ch. Da es sich um einen neueren Forschungsansatz handelt, sind auch solche diskursethnografischen Projekte willkommen, die nicht explizit in der wissenssoziologischen Tradition zu verorten sind.

Literatur

  • Elliker, Florian; Wundrak, Rixta & Maeder, Christoph (Hrsg.) (2017). The sociology of knowledge approach to discourse ethnography. Thematic Issue of the Journal for Discourse Studies/Zeitschrift für Diskursforschung, 5(3), 232–326. (Link)
  • Elliker, Florian (2018). Studying discourses ethnographically. A sociology of knowledge approach to analysing macro-level forces in micro-settings. In Reiner Keller, Anna-Katharina Hornidge & Wolf Schünemann (Hrsg.), The Sociology of Knowledge Approach to Discourse. Investigating the Politics of Knowledge and Meaning-Making (S. 254–273). London: Routledge. DOI: https://doi.org/10.4324/9781315170008.
  • Elliker, Florian (2022). Diskursethnographie. In Angelika Poferl & Norbert Schröer (Hrsg.), Handbuch Soziologische Ethnographie (S. 507–518). Wiesbaden: Springer VS.
  • Keller, Reiner (2011). Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. Wiesbaden: Springer VS. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-531-92085-6.
  • Spradley, James P. (1980). Participant Observation. New York: Holt, Rinehart & Winston.

Dr. Martin Hunold

Evangelische Hochschule Berlin (EHB), Evaluationsforschung und Qualitätsmanagement

Die Dokumentarische Methode ist ein Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung und findet mittlerweile in vielfältigen Gegenstandsbereichen und zahlreichen Disziplinen Anwendung; zunehmend beweist sie in transdisziplinär ausgerichteten Forschungsprojekten ihre Stärken. Die Dokumentarische Methode ist in der Arbeit mit Gruppendiskussionen, teilnehmender Beobachtung und narrativen Interviews entstanden, dann für weitere Textsorten und in den letzten Jahren für die Bild- und Videoanalyse weiterentwickelt worden.

Ziel des Workshops ist es neben der Einführung in die Dokumentarische Methode, anhand konkreter, forschungspraktischer Beispiele aus dem Material der Teilnehmer*innen die grundlegenden Arbeitsschritte, Kristallisations- und Knackpunkte der Dokumentarischen Methode erfahrbar zu machen.

Den methodischen Schwerpunkt soll die Arbeit mit Gruppendiskussionen und/oder narrativ orientierten Interviews (alle Formen) bilden.

Wenn Sie interessiert sind, dass wir die Dokumentarische Methode entlang Ihres Vorhabens im Workshop beleuchten, sind folgende Unterlagen als Materialgrundlage notwendig:

  • Projektplanung und Forschungsdesigns (max. 3 Seiten)
  • Trankskripte von Gruppendiskussionen oder:
  • Interviews (alle Formen)
  • Interpretation (formulierende und reflektierende Interpretation nach der Dokumentarischen Methode) zu Ihrem Material (Transkript), die uns zur Verfügung gestellt wird (max. 12 Seiten).

Es können maximal zwei Vorlagen diskutiert werden.

Literatur

  • Bohnsack, Ralf (2021). Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualitative Methoden (10. Auflage). Opladen: Verlag Barbara Budrich.
  • Hunold, Martin (2020). Organisationale Erziehungspraxis. Zur Rekonstruktion und Typisierung der Erziehung von Erwachsenen durch Organisationen. In Arnd-Michael Nohl (Hrsg.), Rekonstruktive Erziehungsforschung (Reihe: Rekonstruktive Bildungsforschung, Band 20, S. 139–165). Wiesbaden: Springer VS.
  • Loos, Peter; Nohl, Arnd-Michael; Przyborski, Aglaja & Schäffer, Burkhard (2013). Dokumentarische Methode. Grundlagen – Entwicklungen – Anwendungen. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Nohl, Arnd-Michael (2017). Interview und dokumentarische Methode. Anleitungen für die Forschungspraxis. Wiesbaden: Springer VS.
  • Przyborski, Aglaja (2004). Gesprächsanalyse und dokumentarische Methode. Qualitative Auswertung von Gesprächen, Gruppendiskussionen und anderen Diskursen. Wiesbaden: VS Verlag.

Workshop: Tagebuchverfahren

Dr. Alexa Maria Kunz

Karlsruher Institut für Technologie (KIT), MethodenLabor/House of Competence

Tagebuchverfahren haben eine lange Tradition in der qualitativen Forschung. Bereits Marie Jahoda und Robert K. Merton nutzten das Potenzial von Tagebüchern und vergleichbaren Verfahren der Selbstberichterstattung, um Menschen zur Darstellung ihrer subjektiven Perspektive anzuregen.

Besonders geeignet sind Tagebuchverfahren – aufgrund ihrer starken Verbreitung im angelsächsischen Raum auch als Diary-Verfahren bekannt – v.a. zur Erkundung von Phänomenen, die

  • von außen nicht angemessen beobachtbar sind,
  • so privat oder sensibel sind, dass die Anwesenheit Forschender das Phänomen gefährden würde,
  • so routiniert ablaufen, dass sie schwer erinnert werden können und/oder
  • über einen längeren Zeitraum beobachtet werden müssen.

Wie andere Erhebungsverfahren sind sie nicht grundsätzlich an bestimmte Forschungsprogramme und Auswertungsstrategien gekoppelt und daher in vielfältigen Forschungskontexten einsetzbar.

Im Workshop erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich mit Diary-Verfahren vertraut zu machen: Zunächst werden zentrale Begriffe und methodologische Grundlagen erläutert und die Teilnehmenden erhalten anhand von Beispielstudien einen Überblick über verschiedene Diary-Typen. Im zweiten Teil diskutieren wir entlang konkreter Beispiele und Übungen, welche Arten von Diaries für verschiedene Forschungsfragen (nicht) geeignet sind, wie ein Diary entwickelt werden kann und welche Auswertungsstrategien in Frage kommen. Zum Abschluss wird eine Systematisierungshilfe vorgestellt, die den Teilnehmenden helfen soll, die behandelten Inhalte auf eigene Forschungsfragen zu übertragen.

Literatur

  • Alaszewski, Andy (2006). Using Diaries for Social Research. London: Sage.
  • Eichholz, Daniela & Kunz, Alexa Maria (2012). „My Campus Karlsruhe“ – Zur Rekonstruktion studentischer Raumnutzungsmuster mittels Logbuch-Verfahren. In Hildegard Schröteler-von Brandt, Thomas Coelen, Andreas Zeising, & Angela Ziesche (Hrsg.), Raum für Bildung. Ästhetik und Architektur von Lern- und Lebensorten (S. 61–71). Bielefeld: trancript Verlag. 
  • Kenten, Charlotte (2010). Narrating oneself: Reflections on the use of solicited diaries with diary interviews [41 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research11(2), Art. 16. DOI: http://dx.doi.org/10.17169/fqs-11.2.1314.
  • Kunz, Alexa Maria (2018). Einführung in Diary-Verfahren. Theorie und Praxis in qualitativer Forschung. Weinheim: Beltz Juventa.

Workshop: Vignettenmethode

Dr. Katharina Miko-Schefzig

Wirtschaftsuniversität Wien, Kompetenzzentrum für empirische Forschungsmethoden

Vignetten sind Situationsbeschreibungen, die als Elizitierungsverfahren in Einzel- oder Gruppeninterviews eingesetzt werden können. Die Fokussierung auf Situation bindet sowohl Akteur*innen als auch materiale Aspekte (etwa Artefakte, Lueger & Froschauer 2018) in die empirische Betrachtung sozialer Phänomene ein; sie ist in diesem Sinne also multimodal (Höllerer et al. 2018). Situation ist ein sozialwissenschaftliches Konzept, das von unterschiedlichen Theorieströmungen als empirischer Fokus adressiert wird. Dabei kann die Definition von Situation als Kontinuum gesehen werden: von der Interaktion zwischen Anwesenden, etwa in Goffmanscher Tradition (2009); bis zu größeren, situativen Phänomenen, bei deren Analyse auch die Ebene der Organisationen und Diskurse einbezogen werden, etwa im Clarkeschen Verständnis (Clarke 2012).

Der Workshop gibt einen Überblick über verschiedene Konzepte bzw. Einsatzmöglichkeiten von Vignetten (etwa Wodak 2015; Stiehler et al. 2012; Jenkins et al. 2010; Kandemir & Budd 2018) und diskutiert die Anschlussstellen von Vignetten zu unterschiedlichen empirischen Fragestellungen. Die Vielfältigkeit von Situationsdefinitionen und deren empirische Erfassung in Vignetten sowie – darauf aufbauend – deren Einsatz in vielfältigen Interviewsettings wird anhand konkreter Beispiele aus der Forschung der Vortragenden präsentiert und diskutiert. Teilnehmer*innen sind eingeladen, sowohl Forschungsdesigns zu situativen Fragestellungen, anhand derer die Tauglichkeit der Vignettenmethode für das eigene Projekt diskutiert wird, als auch bereits vorhandene eigene Vignetten einzubringen, die sowohl von ihrer Konstruktion her als auch ihrem Einsatz besprochen werden können.

Bei Interesse der Teilnehmenden kann ein besonderer Fokus auf den szenariobasierten Einsatz von Vignetten in Fokusgruppen gelegt werden, der für räumliche Situationen entwickelt wurde (Miko-Schefzig 2019; Miko-Schefzig & Reiter 2018; Miko-Schefzig et al. 2018). Empirisch und methodologisch handelt es sich bei dieser Version um eine Verquickung zwischen Raum und Situation, denn die Situationen, die in den Vignetten beschrieben werden, sind jeweils in konkreten (urbanen) Räumen beobachtet und durch Analysen typisiert worden.

Folgende Aspekte werden im Workshop adressiert:

  • Vorstellung verschiedener sozialwissenschaftlicher Theorien zur Situation als Basis der empirischen Auseinandersetzung mit Vignetten
  • Vorstellung verschiedener Vignettendefinitionen und deren Abgrenzung
  • Konstruktionsprinzipien von Vignetten
  • Exemplarische Analyse von Interviews, in denen Vignetten zum Einsatz kamen
  • Diskussion der Stärken und Schwächen der Vignettenmethode
  • Diskussion der Anwendbarkeit von Vignetten

Zur Vorbereitung für das Seminar wird die Lektüre des Buches Forschen mit Vignetten (2022) empfohlen.

Literatur

  • Jenkins, Nicholas; Bloor, Michael; Fischer, Jan; Berney, Lee & Neale, Joanne (2010). Putting it in context: the use of vignettes in qualitative interviewing. Qualitative Research10(2), 175–198.
  • Kandemir, Asli & Budd, Richard (2018). Using Vignettes to Explore Reality and Values with Young People [49 paragraphs]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research19(2), Art. 1. DOI: http://dx.doi.org/10.17169/fqs-19.2.2914.
  • Miko-Schefzig, Katharina (2022). Forschen mit Vignetten. Gruppen, Organisationen, Transformation. Weinheim: Beltz Juventa. (Rezension: https://doi.org/10.17169/fqs-23.3.3952)
  • Miko-Schefzig, Katharina & Reiter, Cornelia (2018). Partizipatives Forschen im Kontext der Organisation Polizei: Ethisches Forschen mit vulnerablen Gruppen am Beispiel der Schubhaft [47 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research,19(3), Art. 10. DOI: http://dx.doi.org/10.17169/fqs-19.3.3142.
  • Sampson, H. & Johannessen, I. A. (2020). Turning on the tap: the benefits of using ‘real-life’ vignettes in qualitative research interviews. Qualitative Research, 20(1), 56–72. DOI: https://doi.org/10.1177/1468794118816618.

Workshop: Einführung in MAXQDA

Tamara Pataki

VERBI Software. Consult. Sozialforschung, Berlin

Der Workshop bietet einen Überblick über die grundlegende Analysefunktionen in MAXQDA. Die Sitzung beginnt mit einer Vorstellung der Programmoberfläche von MAXQDA. Im Anschluss werden die Inhalte in einer Mischung aus Demonstration und selbständiger, angeleiteter Übung erarbeitet. Die Teilnehmenden werden mit der Architektur und den wesentlichen Funktionen von MAXQDA vertraut gemacht.

Nach diesem Workshop sind Sie in der Lage, Ihr qualitatives Datenmaterial optimal für die Verwendung und Analyse mit MAXQDA vorzubereiten und in das Programm einzulesen. Sie kennen die Funktionen von MAXQDA, die für eine grundlegende qualitative Auswertung Ihrer Daten relevant sind. Sie können ein Kategoriensystem erstellen und verwalten, Textstellen codieren und wiederfinden.

Schwerpunktthemen sind:

  • Projekte erzeugen und verwalten
  • Datenmaterial: Import und Organisation
  • Codesystem: Codes erstellen, sortieren und bearbeiten
  • Codieren: Verschiedene Möglichkeiten des differenzierten Codierens (In-Vivo Codieren, deskriptives und theoretisches Codieren, Code-Definitionen, Farbcodierungen, Auto-Codieren)
  • Memos: Memos erstellen, editieren und verwalten
  • Codierte Textstellen zusammenstellen: Einfache und komplexe Suchvorgänge
  • Visualisierungsmöglichkeiten
  • Exportieren und Berichte zusammenstellen

Eine Mappe mit Arbeitsmaterialien wird den Teilnehmenden zu Beginn des Workshops zur Verfügung gestellt.

Der Workshop findet in einem Seminarraum statt. Alle Teilnehmenden benötigen einen Computer, auf dem die aktuelle Version MAXQDA 2024 installiert ist. Hierzu lässt sich problemlos die 14-Tage voll funktionsfähige Demoversion von MAXQDA verwenden, die Sie unter www.maxqda.de/demo herunterladen können. Der Workshop ist gleichermaßen für Teilnehmende, die mit Mac oder mit Windows arbeiten, geeignet (identische Funktionalität & Oberfläche). Während des Workshops werden auch Probelizenzen zur Verfügung gestellt. Bitte achten Sie auch darauf, dass Ihr Computer die Systemanforderungen erfüllt: https://www.maxqda.de/produkte/systemanforderungen.

Weitere benötigte Materialien werden Ihnen vorab per E-Mail zugestellt oder zu Beginn des Workshops ausgeteilt.

Hilfreiche Literatur

  • Kuckartz, Udo (2016). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung (3. Auflage). Weinheim: Beltz Juventa.
  • Rädiker, Stefan & Kuckartz, Udo (2019). Analyse qualitativer Daten mit MAXQDA. Text, Audio und Video. Wiesbaden: Springer VS.
  • Weitere hilfreiche Literaturhinweise finden Sie auf https://www.maxqda.de/training/buecher-literatur.

Workshop: MAXQDA für Fortgeschrittene

Martin Schastak

VERBI Software. Consult. Sozialforschung, Berlin; DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt am Main

Nach der Codierung des Datenmaterials gilt es, dieses im Forschungsprozess näher zu explorieren sowie zu analysieren. Dies stellt angesichts der Charakteristika qualitativer Daten eine Herausforderung dar, der allerdings mit Hilfe von verschiedenen Funktionen von MAXQDA fruchtbar begegnet werden kann.

Zunächst werden im ersten Block dieser Software-Demonstration die am häufigsten verwendeten und für viele methodische Kontexte relevante Analysefunktionen besprochen und trainiert:

  • Fälle & Gruppenvergleiche (qualitativ und quantitativ)
  • Fall- & Gruppenvergleiche visualisieren mit Code-Matrix-Browser
  • Zusammenfassen und interpretieren mit Summarys
  • Zusammenhänge von Codes analysieren mit Code-Relations-Browser (Co-occurrence-/ Kontingenzanalysen)
  • Häufigkeitsanalysen mit Code-Statistik und Code-Häufigkeiten
  • Kurzhinweis auf: Arbeitsumgebung für qualitative Denkarbeit mit Questions-Themes-Theories

In einem zweiten, kleineren Block werden die Möglichkeiten von „AI Assist“, dem Set von GPT-basierten Funktionen in MAXQDA besprochen:

  • Was ist AI Assist? Wem steht es zur Verfügung? Welche Pakete gibt es?
  • Wie hilft mir AI Assist in der Explorationsphase? Wie in der Codier- und der Analysephase codierter Segmente?

Voraussetzung für die Teilnahme sind grundlegende Kenntnisse in MAXQDA (siehe z.B. Inhalte des Workshops „Einführung in MAXQDA“) oder vergleichbare Kenntnisse einer anderen QDA-Software.

Der Workshop findet in einem Seminarraum statt. Während des Workshops benötigen Sie nicht zwingend MAXQDA. Damit Sie auch selbst etwas ausprobieren können, bietet es sich jedoch an, einen Laptop mit vorinstalliertem MAQDA 24 mitzubringen. Wenn Sie nicht über MAXQDA 24 verfügen, können Sie sich unter dem folgenden Link eine 14 Tage gültige Demoversion herunterladen: https://www.maxqda.com/de/testversion. Sollten Sie bereits die Demoversion von MAXQDA 24 verwendet haben, bekommen Sie einen Lizenzschlüssel zur erneuten Aktivierung.

Literatur

  • Rädiker, Stefan & Kuckartz, Udo (2019). Analyse qualitativer Daten mit MAXQDA. Text, Audio und Video. Wiesbaden: Springer VS.

Workshop: Autoethnografie

Dr. Melanie Pierburg

Stiftung Universität Hildesheim, Institut für Sozialwissenschaften, Methodenbüro

Autoethnografie ist eine Methode, die auf einem performativen Weg zur Erkenntnis beruht. Sachverhalte werden nicht ‚einfach‘ untersucht und dargestellt, sondern möglichst erlebensnah konturiert und deutungsoffen präsentiert. Damit geht eine Offenheit für Vermittlungswege einher, die auch künstlerische Ausdrucksformen beinhaltet, beispielsweise in Form affizierender Erzählungen oder Gedichte. Aufgrund dieser Besonderheiten hat die Autoethnografie eine bewegte Geschichte ihrer Etablierung in der Wissenschaft hinter sich. Und genau das macht sie für eben diese interessant: Sie fordert akademische Regeln, Orientierungen und (Güte-)Kriterien heraus, indem sie Subjektivität zur basalen Erkenntnisgrundlage erhebt. Darüber hinaus verknüpft sie das Schreiben über wissenschaftliche Fragestellungen konstitutiv mit den Erfahrungsmöglichkeiten, die sich mit dem Lesen der Texte ergeben. Zumindest ist das für die evokative Autoethnografie der Fall, bei der nicht objektivierende Distanz zum Untersuchungsgegenstand maßgeblich ist, sondern im Gegenteil (biografisch verankerte) Identifikationen relevant sind. Diese sollen den Rezipierenden Einblicke in Erfahrungsqualitäten ermöglichen, welche mit sozialwissenschaftlich interessierenden Phänomenen (oft) gegeben sind, aber selten thematisiert werden.

In dem Workshop setzen wir uns mit der Autoethnografie als wissenschaftlicher Methode auseinander, die die Wissenschaft herausfordert. Dazu werden wir autoethnografische Texte lesen und hinsichtlich ihres Erkenntnisschwerpunktes und -mehrwertes diskutieren. Außerdem werden wir das Schreiben solcher Texte selbst erproben und eruieren, auf welche Weise es Teil von Forschungsprozessen werden kann, welche Freiräume dadurch in der Generierung von Erkenntnissen und in ihrer Darstellung entstehen können – wo aber auch Grenzen verlaufen, die man kennen sollte, um der Methode (und der scientific community) nicht zu viel abzuverlangen.

Literatur

  • Ellis, Carolyn (2004). The ethnographic I. A methodological novel about autoethnography. Walnut Creek: AltaMira Press.
  • Ellis, Carolyn; Adams, Tony M. & Bochner, Arthur P. (2010). Autoethnography: An Overview. [40 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 12(1), Art. 10. DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-12.1.1589.
  • Ellis, Carolyn & Bochner, Arthur P. (Hrsg.) (1996). Composing Ethnography. Alternative Forms of Qualitative Writing. Lanham: AltaMira Press.
  • Pierburg, Melanie (2021). Reisen während der COVID-19-Pandemie: die Erosion alltäglicher Gewissheiten [77 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research22(1), Art. 2. DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-22.1.3581.
  • Pierburg, Melanie; Benkel, Thorsten; Coenen, Ekkehard; Meitzler, Matthias & Sitter, Miriam (2023). Autoethnografie in Todesnähe. Soziologische Arbeit an und mit herausfordernden Identifikationsprozessen [58 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 24(2), Art. 7, DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-24.2.4065.

Prof. Dr. Aglaja Przyborski

Bertha von Suttner Privatuniversität, St. Pölten

Erhebungen von Gesprächen in gruppenförmigen Settings haben in den letzten Jahren sowohl im deutschen als auch im angelsächsischen Sprachraum weiter an Bedeutung gewonnen. Je nachdem, ob die „Gruppe“ methodologisch gefasst wird oder nicht, unterscheiden sich die methodisch-technischen Überlegungen zur Erhebung und Auswertung, also zur Initiierung und Leitung von Gruppendiskussionen ebenso wie zur Interpretation und zu Möglichkeiten der Generalisierung.

Im Workshop werden diese unterschiedlichen Zugänge beleuchtet. Vertieft behandelt wird jener Zugang, der kollektive Orientierungen zum Untersuchungsgegenstand macht. Auf der Basis von empirischen Beispielen, die wir gemeinsam behandeln, wird im Workshop der forschungspraktische Wert von guten Metatheorien erarbeitet: Beispielsweise wie sich ein lebendiger Ablauf von Diskussionen auf der Grundlage eines elaborierten Kollektivitätskonzepts zum einen erklären und zum anderen forschungspraktisch umsetzen lässt.

Möglichkeiten und Grenzen des Verfahrens für unterschiedliche Forschungsfragen werden entlang der Interessen der Teilnehmenden diskutiert, dabei können auch fokussierte Erhebungen, die z.B. einen Film, eine Sendung oder Bilder zum Ausgangspunkt der Gruppendiskussion machen, eine Rolle spielen. Je nach Wunsch und Vertrautheit der Gruppe mit dem Verfahren, werden wir entweder die eine gemeinsame Interpretation von Material aus Gruppendiskussionen einsteigen oder die einzelnen forschungspraktischen Schritte der Auswertung genauer besprechen.

Literatur

  • Bohnsack, Ralf & Przyborski, Aglaja (2007). Gruppendiskussionsverfahren und Focus Groups. In Renate Buber & Hartmut H. Holzmüller (Hrsg.), Qualitative Marktforschung (S. 493–506). Wiesbaden: Gabler.
  • Bohnsack, Ralf; Przyborski, Aglaja & Schäffer, Burkhard (Hrsg.) (2006). Das Gruppendiskussionsverfahren in der Forschungspraxis. Opladen: Verlag Barbara Budrich.
  • Przyborski, Aglaja (2004). Gesprächsanalyse und dokumentarische Methode. Qualitative Auswertung von Gesprächen, Gruppendiskussionen und anderen Diskursen. Wiesbaden: VS Verlag.
  • Przyborski, Aglaja & Wohlrab-Sahr, Monika (2021). Qualitative Sozialforschung. Ein Arbeitsbuch (5. vollständig aktualisierte und erweiterte Auflage). München: Oldenbourg.
  • Przyborski, Aglaja & Riegler, Julia (2020). Gruppendiskussion und Fokusgruppe. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Band 2: Design und Verfahren, (2., erweiterte und überarbeitete Auflage, S. 395–411). Wiesbaden: VS Verlag, DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-26887-9_34.

Workshop: Qualitative Inhaltsanalyse

Dr. Stefan Rädiker

Methoden-Expertise.de

Dieser Workshop führt in die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse zur Auswertung qualitativer Daten ein. Im Mittelpunkt des Workshops steht die Umsetzung der inhaltlich-strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse in sechs Schritten, wobei wir bei jedem Schritt auf Fallstricke in der Praxis und jeweils zu treffende Entscheidungen eingehen werden.

Übungen zur Kategorienbildung runden den Workshop ab.

Inhalt:

  • Einführung in die qualitative Inhaltsanalyse (QIA):
    Definition, Grundbegriffe, prinzipieller Ablauf
  • Inhaltlich-strukturierende qualitative Inhaltsanalyse Schritt für Schritt:
    Schritt 1: Initiierende Textarbeit
    Schritt 2: Hauptkategorien entwickeln
    Schritt 3: Interviews mit Hauptkategorien codieren (1. Codierphase)
    Schritt 4: Textstellen einer Hauptkategorie zusammenstellen und induktiv am Material Subkategorien bilden; Textstellen mit Subkategorien codieren (2. Codierphase)
    Schritt 5: Kategorienbasierte Auswertung und Ergebnisdarstellung
    Schritt 6: Berichtserstellung und Dokumentation

Alle Teilnehmenden erhalten vorab die Möglichkeit, ihre Fragen zum Thema einzubringen, sodass wir diese im Workshop berücksichtigen können.

Literatur

  • Kuckartz, Udo & Rädiker, Stefan (2022). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung (5. Auflage). Weinheim: Beltz Juventa.
  • Mayring, Philipp (2022). Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken (13. Auflage). Weinheim: Beltz-UTB.
  • Schreier, Margrit (2012). Qualitative content analysis in practice. London: Sage.
  • Schreier, Margrit (2014). Varianten qualitativer Inhaltsanalyse: Ein Wegweiser im Dickicht der Begrifflichkeiten [59 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 15(1), Art. 18. DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-15.1.2043

Workshop: Interviews

Dr. Herwig Reiter

Deutsches Jugendinstitut, Zentrum für Dauerbeobachtung und Methoden

Das Interview gehört zu den Standardwerkzeugen qualitativer Sozialforschung und wird von unterschiedlichsten Ansätzen verwendet. Das liegt u.a. daran, dass es an das Gespräch als Interaktionsform des Alltags angelehnt ist und direkten Zugang zu Sprache und Denkweise der Forschungssubjekte ermöglicht. Außerdem ist es eine etablierte und pragmatische Alternative zu aufwändigeren Verfahren.

Der erste Teil des Workshops diskutiert die methodologischen Besonderheiten qualitativer Interviewforschung. Anhand der vergleichenden Darstellung des narrativen, des ethnographischen und des problemzentrierten Interviews werden Anwendungsbereiche und typische Arbeitsschritte sowie Vor- und Nachteile diskutiert. Der zweite Teil ist praktischen Fragen der Planung, Vorbereitung und Durchführung qualitativer Interviews gewidmet und richtet sich nach Forschungsvorhaben und konkreten Anliegen der Teilnehmenden.

Literatur

  • Deppermann, Arnulf (2013). Interview als Text vs. Interview als Interaktion [61 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 14(3), Art. 13. DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-14.3.2064.
  • Helfferich, Cornelia (2011). Qualität qualitativer Daten. Manual für die Durchführung qualitativer Einzelinterviews (4. Auflage). Wiesbaden: VS Verlag.
  • Kruse, Jan (2014). Qualitative Interviewforschung. Ein integrativer Ansatz. Weinheim: Beltz Juventa.
  • Mey, Günter & Mruck, Katja (2020). Qualitative Interviews. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Band 2: Design und Verfahren (2., erweiterte und überarbeitete Auflage, S. 315–335). Wiesbaden: Springer. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-26887-9_33.
  • Witzel, Andreas & Reiter, Herwig (2022). Das problemzentrierte Interview – eine praxisorientierte Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.

Workshop: Qualitativ Forschen lehren lernen

Paul S. Ruppel

Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften / Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Sozialwissenschaft / Institut für Qualitative Forschung an der Internationalen Akademie Berlin gGmbH

Christoph Stamann

Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften

Die Lehre und das Lernen qualitativer Forschung gehören mittlerweile zu einem bedeutsamen Arbeitsfeld, wie z.B. die zurückliegenden Diskussionen auf dem BMT und die Debatte in FQS zeigen. Die qualitative Methodenlehre, ihre didaktische Konzeption und Ausgestaltung stehen im Zentrum dieses Workshops. Er richtet sich an Lehrende mit Erfahrung in der Durchführung von Lehrveranstaltungen zur Vermittlung qualitativer Forschung (etwa Seminare, Forschungswerkstätten, Lehrforschungsprojekte, Tutorien).

Im ersten Teil des Workshops (thematischer Fokus 1) werden zunächst unterschiedliche, gängige als auch innovative Formate zur Vermittlung qualitativer Forschungsmethoden vorgestellt. Mit besonderem Blick auf Formate, in denen die Anleitung zum Erlernen praktischer Handlungskompetenz des qualitativen Forschens im Zentrum steht, wird sodann gemeinsam erörtert und reflektiert, wie qualitative Forschungsprozesse von Studierenden in Lehrveranstaltungen didaktisch gerahmt und begleitet werden können.

Der zweite Teil des Workshops (thematischer Fokus 2) widmet sich der Aneignung von Interpretationskompetenz. Nach einer Skizzierung allgemeiner Spezifika interpretativer Praxis wird mit Blick auf die Interpretation qualitativer Daten den didaktischen respektive praktischen Herausforderungen beim Anleiten gemeinsamen Interpretierens nachgegangen. Insbesondere wird hierbei erörtert, wie mit Vielstimmigkeit in der qualitativen Methodenlehre produktiv umgegangen werden kann, etwa indem konkurrierende Lesarten und Differenz nicht nur zugelassen, sondern diese in einem tragfähigen Lehr-Lern-Setting bisweilen selbst angeregt werden. Im Zuge der Thematisierung von Multiperspektivität wird auch der didaktische Wert der vergleichenden Lehre unterschiedlicher Auswertungsmethoden reflektiert.

Es besteht die Möglichkeit, ausgewählte Konzeptionen von Veranstaltungsformaten der Teilnehmenden im Sinne einer Weiterentwicklung gemeinsam im Workshop zu besprechen (thematischer Fokus 1). Daneben sind alle Teilnehmenden dazu eingeladen, vorab einen 1-2-seitigen Kurzbericht zu besonderen Erfahrungen im Umgang mit bzw. der Gestaltung von Interpretationssitzungen im Kontext eigener Lehr-Lern-Settings anzufertigen. Die eingereichten Kurzberichte werden den Teilnehmenden vorab zur Verfügung gestellt und dienen als Ausgangspunkt für die gemeinsame Diskussion (thematischer Fokus 2).

Eine Einladung zur optionalen Einreichung dieses Materials erfolgt vor der Veranstaltung.

Literatur

  • Kanter, Heike & Mey, Günter [mit Kurzbeiträgen von Claudia Dreke, Rahim Hajji, Sandra Köchy, Jens Heßmann, Arnd Hofmeister, Beatrice Hungerland, Heike Stecklum] (2021). Herausforderungen, qualitative Forschungsmethoden zu lehren/lernen. Ansprüche, Spezifika und Lösungswege zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. In Alexa Maria Kunz, Günter Mey, Jürgen Raab und Felix Albrecht (Hrsg.), Qualitativ Forschen als Schlüsselqualifikation. Prämissen – Praktiken – Perspektiven (S. 26–51). Weinheim: Beltz Juventa.
  • Mey, Günter (2021). Qualitative Forschung findet immer in Gruppen statt. Das ist nicht einfach, aber produktiv – Reflexionen zur „Projektwerkstatt qualitatives Arbeiten“. In Heike Ohlbrecht, Carsten Detka & Sandra Tiefel (Hrsg.), Anselm Strauss – Werk, Aktualität und Potentiale. Mehr als nur Grounded Theory (S. 125–144). Opladen: Verlag Barbara Budrich.
  • Schreier, Margrit & Breuer, Franz (2020). Lehren und Lernen qualitativer Forschungsmethoden. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Band 2: Designs und Verfahren (2., aktualisierte und erweiterte Auflage, S. 265–289). Wiesbaden: Springer. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-26887-9_32.
  • Schreier, Margrit & Ruppel, Paul S. (2021). Entwicklungspotenziale im Lehren und Lernen qualitativer Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften. In Marc Dietrich, Irene Leser, Katja Mruck, Paul Sebastian Ruppel, Anja Schwentesius & Rubina Vock (Hrsg.), Begegnen, Bewegen und Synergien stiften: Transdisziplinäre Beiträge zu Kulturen, Performanzen und Methoden (S. 325–342). Wiesbaden: Springer VS. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-33632-5_18.
  • Stamann, Christoph; Ruppel, Paul. S. & Mey, Günter (Hrsg.) (2023). Transformationen des Lehrens und Lernens qualitativer Forschung. Journal für Psychologie, 31(2), 3–180. DOI: https://doi.org/10.30820/0942-2285-2023-2

Univ.-Prof. Dr. Claudia Scheid

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung

Jirko Piberger, M.A.

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung

Zu Beginn werden Entwicklungen sozialwissenschaftlicher Bildanalyseverfahren nachgezeichnet und konstitutionstheoretische wie methodische Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgezeigt. Anschließend wird der gemeinsamen Praxis der Analyse einer Zeichnung viel Raum zuteil, die aus dem Kreis der aktiv Teilnehmenden kommen kann. 

Der Workshop verfolgt das Ziel, die Teilnehmenden mit der methodischen Analyse und forschungspraktischen Fragen bekannt zu machen. Er soll es ermöglichen, verschiedenen Herangehensweisen kennenzulernen sowie Begründungen für methodische Variationen zu verstehen und sich in der Analyse auszuprobieren.

Literatur

  • Bakels, Elena & Nentwig-Gesemann, Iris (2019). Dokumentarische Interpretation von Kinderzeichnungen: Kinder malen ihre KiTa. Fallarchiv Kindheitspädagogische Forschung 2(1), 3–28.
  • Kekeritz, Mirja & Kubandt, Melanie (Hrsg.) (2022). Kinderzeichnungen in der qualitativen Forschung. Herangehensweisen, Potenziale, Grenzen. Wiesbaden: Springer.
  • Kogler, Raphaela (2022). Raumbilder interpretieren. Visuelle Segmentanalyse von Kinderzeichnungen. In Mirja Kekeritz & Melanie Kubandt (Hrsg.), Kinderzeichnungen in der qualitativen Forschung. Herangehensweisen, Potenziale, Grenzen (S. 239–263). Wiesbaden: Springer.
  • Scheid, Claudia (2012). Eine Erkundung zur Methodologie sozialwissenschaftlicher Analysen von gezeichneten und gemalten Bildern anhand der Analyse zweier Kinderzeichnungen [40 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 14(1), Art. 3, DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-14.1.1724.

Workshop: Systematische Metaphernanalyse

Prof. Dr. Rudolf Schmitt

Hochschule Zittau-Görlitz, Fakultät Sozialwissenschaften

Dr. Larissa Pfaller

Universitätsklinikum Erlangen

Die systematische Metaphernanalyse ist eine neue empirische Methode zur Rekonstruktion der Deutungen, in denen Menschen sich und ihre Welt begreifen. Sie stützt sie sich dabei auf die kognitive Linguistik, welche Metaphern nicht als schmückendes Beiwerk der Sprache begreift, sondern als integraler Bestandteil einer sprachlichen Praxis versteht. Mehr noch: Sprache operiert grundsätzlich metaphorisch, unsere Wahrnehmung, unser Denken, Fühlen und Handeln werden durch Metaphern geprägt. Von älteren Studien unterscheidet sie sich durch folgendes:

  • Sie nutzt die Theorie der kognitiven Linguistik (George Lakoff und Mark Johnson), um den Stellenwert von Metaphern für Strukturen von Denken, Handeln und Emotionen zu bestimmen.
  • Das empirische Vorgehen bietet eine handhabbare Arbeitsdefinition zur Erkennung von Metaphern.
  • Sie ermöglicht, von einzelnen Metaphern auf zusammenhängende metaphorische Konzepte zu schließen.
  • Das empirische Vorgehen der Metaphernanalyse ist offen dafür, sowohl kulturelle, subkulturelle wie individuelle Muster zu rekonstruieren.
  • Für die Interpretation metaphorischer Muster steht eine Sammlung heuristischer Hilfen zur Verfügung.
  • Neben allgemeinen, für qualitative Forschung gültigen Gütekriterien sind speziellere Gütekriterien für Metaphernanalysen benennbar.

Im Workshop sollen diese Merkmale je nach Vorwissen der Teilnehmer*innen an vorbereitetem Material vorgestellt und in kleinen Übungen vertieft werden.

Literatur

  • Lakoff, George & Johnson, Mark (1998 [1980]). Leben in Metaphern. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme. [Orig.: 1980. Metaphors we live by. Chicago: The University of Chicago Press].
  • Schmitt, Rudolf (2004). Diskussion ist Krieg, Liebe ist eine Reise, und die qualitative Forschung braucht eine Brille. Review Essay: George Lakoff & Mark Johnson (2003). Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern [54 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, Art. 19. DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-5.2.621.
  • Schmitt, Rudolf (2017). Systematische Metaphernanalyse als Methode der qualitativen Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS, http://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-13464-8.
  • Schmitt, Rudolf; Schröder, Julia & Pfaller, Larissa (2018). Systematische Metaphernanalyse. Eine Einführung. Wiesbaden: Springer VS, https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-21460-9.
  • Schmitt, Rudolf; Schröder, Julia; Pfaller, Larissa & Hoklas, Anne-Kathrin (2022). Die Praxis der systematischen Metaphernanalyse. Anwendungen und Anschlüsse. Wiesbaden: Springer VS. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-36121-1.

Workshop: Fallauswahl

Prof. Dr. Margrit Schreier

Constructor University Bremen, ehemals Jacobs University Bremen

Prof. Dr. Nicole Weydmann

Hochschule Furtwangen

Beim Sampling in der quantitativen Forschung geht es oft darum, durch Zufallsauswahl eine repräsentative Stichprobe zu gewinnen, um von der Stichprobe auf eine Grundgesamtheit zu schließen. In der qualitativen Forschung stehen dagegen meist ganz andere Ziele im Vordergrund. Dabei wird eine begrenzte Anzahl von Fällen vertieft, differenziert untersucht und dargestellt. Wesentlich für die Auswahl der Fälle ist dabei meist nicht die Repräsentativität, sondern dass die Fälle im Hinblick auf die Fragestellung möglichst informationshaltig sind (sog. absichtsvolle Fallauswahl).

Was heißt „informationshaltig“ in der Praxis aber genau? Wie geht man bei der absichtsvollen Fallauswahl vor, und wie viele Fälle sind „genug“? Diesen Fragen gehen wir in dem Workshop anhand von Untersuchungsbeispielen der Teilnehmer*innen nach. Es werden verschiedene Kriterien und Strategien der Fallauswahl beschrieben und erprobt. Diese Strategien und Kriterien stammen teilweise aus der qualitativ-sozialwissenschaftlichen Tradition (z.B. kriterienorientierte Fallauswahl, theoretisches Sampling, qualitative Stichprobenpläne, heterogene Stichprobenziehung), teilweise aus der Literatur zur Durchführung von Fallstudien (z.B. Auswahl von typischen Fällen, Extremfällen, abweichenden Fällen). Soweit noch Zeit ist und die Teilnehmenden dies möchten, sprechen wir auch über verschiedene Konzepte von Verallgemeinerung und wie diese mit Strategien der Fallauswahl zusammenhängen.

Der Workshop eignet sich für alle, die eine qualitative Studie planen und sich schon vorab über die Fallauswahl Gedanken machen. Er soll auch denjenigen eine Hilfestellung an die Hand geben, die ihre Fallauswahl bereits abgeschlossen haben und sich nun fragen, was sie auf dieser Grundlage aussagen können.

Die Fallauswahl ist ein Teil des Untersuchungsdesigns und geht damit über die Anwendung einzelner Methoden hinaus. Neben der Beschreibung von Strategien sind daher auch methodologische Überlegungen zur Fallauswahl in der qualitativen und der quantitativen Forschung Bestandteile des Workshops.

Literatur

  • Gobo, Ganpietro (2006). Sampling, representativeness, and generalizability. In Clive Seale et al. (Ed.), Qualitative research practice (pp. 435–456). London: Sage.
  • Mason, Mark (2010). Sample size and saturation in PhD studies using qualitative interviews [63 paragraphs]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 11(3), Art. 8, DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-11.3.1428.
  • Schreier, Margrit (2020). Fallauswahl. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie. Band 2: Designs und Verfahren (2., aktualisierte u. erweiterte Auflage; S. 19–39). Wiesbaden: Springer. DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-26887-9_19.

Workshop: Forschungsethik

Dr. Olaf Tietje

Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie

Forschungsethische Fragen stellen sich in allen Phasen des Forschungsprozesses und betreffen insbesondere die Gestaltung der Beziehungen zwischen den Forschenden und den Personen und Einrichtungen, die an der Forschung teilnehmen. Viele Fachgemeinschaften haben Ethik-Kodizes entwickelt, um Prinzipien und Grundsätze zu formulieren, die das Forschungshandeln leiten. Forschende sind beispielsweise aufgefordert, die Risiken der Teilnahme an ihrer Studie zu antizipieren und Schaden zu vermeiden, von Teilnehmenden eine informierte Einwilligung einzuholen und die Daten zu anonymisieren und vertraulich zu behandeln. In der qualitativen Forschungspraxis stoßen diese Grundsätze jedoch schnell an Grenzen: Wie lässt sich beispielsweise ein informiertes Einverständnis bei teilnehmenden Beobachtungen einholen – und von wem? Wie lassen sich Risiken antizipieren, wenn der Forschungsverlauf methodologischen Prinzipien folgend offen gestaltet wird und nur eingeschränkt planbar ist? Lassen sich qualitative Daten überhaupt sinnvoll anonymisieren – und wenn ja, wie? Im Zusammenhang mit neuen Technologien und digitalen Wirklichkeiten stellen sich neue Fragen, auf die die bestehenden Grundsätze keine direkten Antworten liefern (wie beispielsweise im Bereich der social media-Forschung). Es bedarf daher einer forschungsethischen Reflexivität, die nicht nur das eigene Forschungshandeln sondern auch die kanonisierten Grundsätze kritisch hinterfragt und danach strebt, im jeweils spezifischen Forschungskontext Antworten auf die Frage zu finden, welches Handeln ethisch vertretbar ist – und welches nicht.   

Der Workshop führt in zentrale forschungsethische Grundsätze ein und diskutiert einige der Herausforderungen, die sich in der qualitativen Forschung stellen. In der zweiten Hälfte des Workshops besteht die Gelegenheit, dass Teilnehmende forschungsethische Fragen und Anliegen aus ihrer eigenen Forschungspraxis diskutieren. Die Teilnehmenden werden gebeten, ihre Fragen und Anliegen im Vorfeld zu kommunizieren, um eine Auswahl und Fokussierung der Diskussion zu ermöglichen. Die Anliegen und Inhalte der Diskussion werden vertraulich behandelt.

Literatur

  • Saunders, Benjamin; Kitzinger, Jenny & Kitzinger, Celina (2015). Anonymising interview data: Challenges and compromise in practice. Qualitative Research 15 (5), 616–632.
  • Tietje, Olaf (2023). „Du weißt es jetzt – erzähl davon!“ Dekoloniale Forschungsperspektiven und Aufträge aus dem Forschungsfeld [28 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 24(1), Art. 4. DOI: http://dx.doi.org/10.17169/fqs-24.1.3974.
  • von Unger, Hella (2018). Forschungsethik, digitale Archivierung und biographische Interviews. In Helma Lutz, Martina Schiebel & Elisabeth Tuider (Hg.), Handbuch Biographieforschung (S. 681–693). Wiesbaden: Springer VS.
  • von Unger, Hella, Narimani, Petra & M’Bayo, Rosalie (Hrsg.) (2014). Forschungsethik in der qualitativen Forschung: Reflexivität, Perspektiven, Positionen. Wiesbaden: Springer VS.

Prof. Dr. Hella von Unger

Ludwig-Maximilians-Universität, Institut für Soziologie

Im Abgrenzung zu den „Forschungswerkstätten“, in denen eigene Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden, sollen Workshops eher einen Überblick über das Feld geben und gemeinsame Diskussionen über das Thema ermöglichen. Im Feld qualitativer Forschung lassen sich interessante Entwicklungen bei partizipativen Forschungsansätzen beobachten. Es werden beispielsweise zunehmend kreative und visuelle Methoden wie Photovoice eingesetzt, um gemeinsam mit Partnern aus der Praxis und den Lebenswelten soziale Wirklichkeit zu erforschen und zu verändern. Ziel dieses Workshops ist es, einige der neueren Ansätze zu diskutieren und zu überlegen, inwieweit diese Ansätze Anregungen für die eigene Forschungspraxis bieten können.

Im ersten Teil des Workshops werden die Grundzüge partizipativer Forschungsstrategien dargestellt und ein Überblick über aktuelle internationale Entwicklungen gegeben. Dabei wird auf einige Bereiche fokussiert, da das Spektrum partizipativer Forschung inzwischen sehr breit geworden ist.

Im zweiten Teil werden ausgewählte Themen vertiefend diskutiert, die den Teilnehmenden wichtig und nützlich erscheinen.

Literatur

Zur Orientierung, Einführung und als Diskussionsgrundlage werden folgende Texte vorgeschlagen:

  • Bergold, Jarg & Thomas, Stefan (Hrsg.) (2012). Partizipative qualitative Forschung. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 13(1), http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/issue/view/39.
  • Brydon-Miller, Mary; Kral, Michael; Maguire, Patricia; Noffke, Susan & Sabhlok, Anu (2011). Jazz and the Banyan Tree: Roots and riffs on participatory action research. In Norman K. Denzin & Yvonna S. Lincoln (Eds.), The SAGE Handbook of Qualitative Research (4th edition, pp. 387-400). Thousand Oaks et al: Sage.
  • von Unger, Hella (2018). Partizipative Forschung. In Hubert Knoblauch, Leila Akremi, Boris Traue & Nina Baur (Hrsg.), Handbuch Interpretativ forschen (S. 161–182). Weinheim: Beltz Juventa.
  • von Unger, Hella; Huber, Anna; Kühner, Angela; Odukoya, Dennis & Reiter, Herwig (2022). Reflection Labs: A Space for Researcher Reflexivity in Participatory Collaborations. International Journal of Qualitative Methods 21. DOI: https://doi.org/10.1177/16094069221142460

Dr. René Wilke

Technische Universität Berlin, Institut für Soziologie

Ausgehend von den 1980er Jahren haben audio-visuelle Forschungsdaten einen festen Platz im Forschungskanon der qualitativen empirischen Forschung erlangt. Nicht zuletzt durch die Entwicklung von Social Media-Plattformen beschäftigt sich seit den 2000er Jahren eine immer stärker wachsende Anzahl von Forscher*innen mit audio-visuellen Daten. Audio-visuelle Datenerhebungen und die Analyse von audio-visuellen Materialien („found footage“) finden in einer Reihe unterschiedlicher Disziplinen statt, die von Anthropologie, (Europäischer) Ethnologie und Erziehungswissenschaft über die Kulturwissenschaften bis zur Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie und den Science and Technology Studies (STS) reichen. Die Videoanalyse hat sich inzwischen an vielen Universitäten und Forschungseinrichtungen etabliert und mobilisiert gerade hierzulande eine sehr aktive Forschungscommunity.

Der Workshop richtet sich an Forscher*innen im Bereich der qualitativen empirischen Sozialforschung mit audio-visuellen Forschungsdaten. Sie bietet die Möglichkeit, selbst erhobene bzw. gesammelte audio-visuelle Forschungsdaten aus laufenden Forschungsprojekten vorzustellen und anhand dieser Daten, die Methoden der audio-visuellen Datenanalyse zu erproben und einzuüben. Insgesamt geht es darum, dass alle Teilnehmenden die Grundlagen der audio-visuellen Datenanalyse kennenlernen und von der Diskussion und den Einblicken in unterschiedliche Analyseansätze audio-visueller Forschungsdaten profitieren.

Die Teilnehmenden werden aufgefordert, nachdem die Bestätigung der Teilnahme durch die Organisator*innen vorliegt, eine kleine Auswahl kurzer Datensequenzen samt entsprechender Transkripte sowie eine kurze Darstellung des Forschungskontexts (max. eine Seite) einzureichen. Aus diesen Einreichungen werden zwei geeignete Datenbeispiele ausgewählt, die als Grundlage für die praktische Übung in dem Workshop dienen sollen. Die Auswahl wird sich an dem Anspruch, möglichst kontrastierende Ansätze zu präsentieren sowie an der zur Verfügung stehenden Zeit orientieren.

Eingereicht werden können Projekte aus dem gesamten Spektrum der empirischen qualitativen Forschung mit audio-visuellen Daten, so z.B. Videografie oder auch Medienproduktanalyse (Plattformvideos etc.). Unterschiedliche Erhebungs- bzw. Auswertungskontexte sind ausdrücklich erwünscht, um anhand ihrer Unterschiede, z.B. bzgl. der Bedeutung der Kamera und der Bildproduzent*innen, spezifische methodologische Herausforderungen der audio-visuellen Datenanalyse aufzeigen zu können.  

Bitte beachten Sie bei der Dateneinreichung, dass Sie die erforderlichen Nutzungsrechte zum Teilen dieser Daten besitzen und die Daten evtl. ausreichend anonymisieren werden. Im Falle einer Anonymisierung ist außerdem dafür Sorge zu tragen, dass die Voraussetzungen einer Video-(Interaktions-)Analyse erhalten bleiben. Die datenschutzrechtliche Verantwortung liegt bei den jeweiligen Datengeber*innen.

Literatur

  • Tuma, René; Schnettler, Bernt & Knoblauch, Hubert (2013). Videographie. Einführung in die Video-Analyse sozialer Situationen. Wiesbaden: Springer VS.
  • Bohnsack, Ralf; Fritzsche, Bettina & Wagner-Willi, Monika (Hrsg.) (2015). Dokumentarische Video- und Filminterpretation. Methodologie und Forschungspraxis (2., durchgesehene Auflage). Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Wilke, René (2018). Das Interpretations-Bild. Über die Repräsentation audio-visueller Forschungsdaten in soziologischen Publikationen. In Christine Moritz und Michael Corsten (Hrsg.), Handbuch Qualitative Videoanalyse (S.485–500). Wiesbaden: Springer VS.
  • Knoblauch, Hubert; Baer, Alejandro; Laurier, Eric; Petschke, Sabine & Schnettler, Bernt (2008). Visual Analysis. New Developments in the Interpretative Analysis of Video and Photography. Forum Qualitative Sozialforschung Forum: Qualitative Social Research, 9(3). DOI: https://doi.org/10.17169/fqs-9.3.1170.
  • Schnettler, Bernt & Raab, Jürgen (2008). Interpretative Visual Analysis. Developments, State of the Art and Pending Problems. Forum Qualitative Sozialforschung Forum: Qualitative Social Research, 9(3). https://doi.org/10.17169/fqs-9.3.1149.